DIE VORGESCHICHTE

Im April 2014 reisten wir zu dritt (Johannes, Sascha und ich, Aaron) auf die Philippinen. Zu diesem Zeitpunkt wussten wir noch nicht, dass wir, zurück in Deutschland, einen Verein gründen würden. Wir aber wussten, dass wir helfen wollten. Uns drei beschäftigte derselbe Gedanke: „Was können wir tun, um Menschen zu helfen, die sich selbst, aus welchen Gründen auch immer,  nicht helfen können?“ Menschen in Not. Wichtig war uns, die Hilfe nachhaltig zu gestalten. Wir wollten nicht irgendwo hinkommen und sagen: „So hier sind wir, habt ihr schon auf uns gewartet? Jetzt helfen wir euch mal ein bisschen!” Für uns war aber auch klar, dass man dafür in die entsprechenden Regionen reisen muss, um sich vor Ort einen Eindruck zu verschaffen.  Durch Johannes, der davor bereits acht Monate auf den Philippinen gelebt hat, hatten wir bereits Kontakte vor Ort. Bei unserer Reise ging es uns vor allem darum, zu sehen, wie man Hilfe gestalten kann, was gebraucht wird und überhaupt einmal die Menschen und die Kultur kennenzulernen.

 

MANILA

Wir starteten unsere Reise in Manila. Hier wohnten wir auf der Balut Base (http://www.ywambalut.com). Am ersten Tag unseres Aufenthaltes besuchten wir die Old Smokey Mountains, eine ehemalige Mülldeponie, auf denen früher bis zu 30.000 Menschen in einer Art Slumsiedlung lebten. Die Mülldeponie wurde zwar geschlossen und zwangsgeräumt, dennoch leben auch heute noch einige wenige Familien dort. Sie verdienen ihren Lebensunterhalt mit der Produktion von Holzkohle. Am Fuße der Old Smokey Mountains besuchten wir eine Art Auffangbecken für Kinder, die hier Nahrung, Kleidung und Bildung bekommen können. Dieses Angebot wird allerdings nicht von allen Familien genutzt. Viele wissen entweder nicht, dass ein solches Angebot existiert oder sind leider zu schüchtern, es zu nutzen.

Später durften wir uns noch auf den Smokey Mountains umschauen, allerdings nur in Begleitung von zwei Sicherheitsleuten. Oben angekommen trafen wir eine Familie bei der Produktion von Holzkohle. Die Kinder hatten kaum Kleidung am Leib und waren sehr verschmutzt. Unser Aufenthalt hier dauerte nur sehr kurz, weil man Fremden gegenüber nicht sonderlich aufgeschlossen gegenübersteht.

Am zweiten Tag in Manila begleiteten wir eine Gruppe Mitarbeiter der Balut Base zu einem Feeding Program in das neue Dump Site Area im Stadtteil Tondo. Mit dabei hatten wir einen großen Topf Gemüsesuppe mit Hühnerfleisch. Die Mitarbeiter sind regelmäßig zweimal die Woche dort. Für manche Kinder sind das die einzigen warmen Mahlzeiten. Mangelnde Hygiene ist auf der riesen Mülldeponie ein großes Problem. Krankheiten verbreiten sich rasch. Die Mitarbeiter der Balut Base wirken hier entgegen, indem sie den Kindern zeigen, wie man sich die Hände wäscht. Im Anschluss daran wurden ein paar Lieder gesungen und nach dem gemeinsamen Gebet gab es dann Essen für ca. 100 Kinder.

DAVAO CITY

Nach unserem Aufenthalt in Manila reisten wir weiter nach Davao City. Wir wohnten auf einer Base von Youth with a Mission (YWAM) im Holy Trinity Village, einem kleinen Dorf außerhalb der Stadt. Hier hatte Johannes die meiste Zeit seines Aufenthaltes verbracht. Hier trafen wir auch Barbara Müller, die seit über 20 Jahren als Missionarin auf den Philippinen lebt und die von allen nur Bärbel genannt wird. Bärbel kommt ursprünglich aus Deutschland. Johannes und sie kannten sich noch aus seiner Zeit vor Ort. Bärbel ist heute unser Hauptansprechpartner vor Ort. Sie kennt Land und Leute und weiß genau, welche Art von Hilfe gebraucht wird. Gemeinsam mit Bärbel und einigen YWAM-Mitarbeitern konnten wir einen Einblick in das Leben und die Arbeit vor Ort gewinnen. Bärbel sammelt in Deutschland Spenden, um den Familien in ihrem Dorf zu helfen, sie zu unterstützen, wo auch immer sie Unterstützung brauchen. Eine Familie hatte während einer Überschwemmung ihre Hütte verloren und so sammelte Bärbel Geld um mit Hilfe einheimischer Arbeiter die Hütte wiederaufzubauen. Wir lernten die Familien vor Ort kennen, machten viel Sport mit den Kindern und unterhielten uns mit Mitarbeitern und Helfern. Die Armut in der die Menschen dort leben, war für uns kaum zu begreifen.

Während unseres Aufenthaltes besuchten wir gemeinsam mit Bärbel und den YWAM-Mitarbeitern ein Heim für missbrauchte Mädchen in Davao und eine Art Gefängnis für Straßenkinder. Die Zustände vor Ort waren katastrophal. Tagsüber waren die Kinder im Gefängnis in einem ca. 35 Quadratmeter großen Raum mit offenen Toiletten gefangen. Um die Kinder zu schützen, war es uns nicht gestattet,  Foto- und Filmaufnahmen zu machen. Nach vielen Gesprächen, vor allem mit Bärbel, war uns klar, dass wir, zurück in Deutschland, dringend etwas unternehmen mussten.

GRÜNDUNG DES VEREINS

Zurück in Deutschland machten wir uns gleich an die Arbeit. Gemeinsam entschieden wir uns dazu einen Verein zu gründen. Über den Verein wollten wir dann Spenden sammeln und Hilfsprojekte starten.

Am 25.05.2014 trafen sich die Gründungsmitglieder in einem Cafe in München, um die Satzung zu verabschieden und den Vereinsvorstand zu wählen. Anwesend waren, Simone und Johannes Hoffmeister, Shaleen und Aaron Overmeyer, Bettina und Sascha Pflieger und Brigitte Bayer. Gemeinsam wählten wir Johannes Hoffmeister zum ersten Vorsitzenden, Aaron Overmeyer zum zweiten Vorsitzenden und Sascha Pflieger zum Schriftführer und Schatzmeister. In der Satzung legten wir den Namen, Dandelion – Hands on Charity International e.V. fest. Dandelion ist das englische Wort für Löwenzahn und wir waren begeistert von der Symbolik, dass sich unsere Hilfe, wie der Samen der Pflanze verbreiten sollte.

„Der Zweck des Vereins ist es, in Deutschland, aber auch weltweit, Projekte zu unterstützen, die Menschen, Tieren und der Umwelt helfen. […] Der Satzungszweck wird verwirklicht, insbesondere durch die materielle Unterstützung von Bedürftigen mit dem Ziel „Hilfe zur Selbsthilfe“. (Auszug aus der Satzung)